Bandscheibenvorfall der Halswirbelsäule

Bandscheibenvorfälle der Halswirbelsäule kommen bei allen Hunderassen vor. Allerdings gibt es bei verschiedenen Hunderassen unterschiedliche Formen und Lokalisationen: Während kleine Hunde häufiger Vorfälle von Bandscheibenkerne (Extrusion) im Bereich der oberen bzw. kopfwärts Halswirbel auftreten, sind bei großen Hunden häufiger die ganze Bandscheibe in den Wirbelraum hereingedrückt (Protrusion), bisweilen in Kombination mit einer Wirbelinstabiltät (Wobbler Syndrom, zervikale Spondylomyelopathie).

 

In dem hier vorgestellten Fall zeigte ein 8 Jahre alter, 40kg schwerer Mischlingshund, der vor 5 Tagen plötzlich zunehmend ungleichmäßigen Gang zeigte und nur schwer aufstehen konnte. Eine kernspintomografische Untersuchung zeigte eine degenerierte Bandscheibe im Bereich zwischen den 6. und 7. Halswirbel, die große Mengen Material in den Wirbelkanal hinausgedrückt und dadurch das Rückenmark stark komprimiert hat.

 

Halswirbelsäulen-MRT: Deutliches vorgefallenes Material unterhlb des Sternes mit Unterbrechung des Liquorraumes

Durch die sogenannte "Ventral-Slot-Operation" wurde vom unteren (vorderen) Halsbereich ein Schlitz gebohrt (rote Sternchen), der Zugang zum Wirbelkanal erbrachte und das vorfallene Material entfernen konnte. Das Rückenmark liegt jetzt wieder frei in dem ununterbrochenen Liquorraum. I.d.R. kann der Patient innerhalb von 3-7 Tagen wieder schmerzfrei laufen.

Postoperativer MRT-Scan
Der Ventral Slot (Bohrschlitz durch den Wirbelkörper und Bandscheibe)